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Thumbnail zum D!E Ungefiltert Beitrag über Cloudflares geplante Blockierung von KI-Crawlern ab dem 15. September 2026. Die Grafik zeigt eine digitale Firewall, blockierte KI-Crawler und die Frage, wer von der Änderung betroffen ist.

Cloudflare blockt KI-Crawler ab 15.09.2026: Wer ist betroffen?

Kurz gesagt: Ab dem 15. September 2026 vergibt Cloudflare neue Voreinstellungen für KI-Crawler. Bei Domains, die ab diesem Tag neu zu Cloudflare kommen, werden die Kategorien Training und Agent auf Seiten mit Werbung standardmäßig blockiert, Search bleibt erlaubt. Entgegen mehreren Meldungen gilt das ausdrücklich nur für neu aufgenommene Domains. Bestehende Seiten behalten ihre Einstellungen, auch im kostenlosen Tarif. Wichtiger als die Umstellung selbst ist ein Detail, das Cloudflare offen benennt: Wer die Kategorie Training blockiert, blockiert damit auch Mehrzweck-Crawler wie Googlebot, Applebot und BingBot. Wer aussteigen will, kann die Voreinstellung bis zum 15. September in den Security-Einstellungen ändern.

Stand: September 2026. Quelle: Cloudflare-Blog vom 1. Juli 2026 und Cloudflare-Changelog.

Seit ein paar Tagen geht eine Meldung durch die Fachkanäle: Cloudflare sperre ab Dienstag KI-Crawler aus, Millionen Websites seien betroffen, man müsse jetzt handeln.

Das stimmt so nicht. Und weil es nicht stimmt, übersieht fast jeder den Teil, der tatsächlich wehtun kann.

Was wirklich passiert

Cloudflare unterscheidet KI-Zugriffe seit Juli in drei Kategorien. Search sind Crawler, die Inhalte erfassen, um später Fragen dazu zu beantworten, und die im Gegenzug Verweis-Traffic bringen. Agent ist automatisierte Aktivität, die in Echtzeit im Auftrag einer Person handelt, etwa ein Assistent, der eine Seite für dich aufruft. Training sind Crawler, die Inhalte einsammeln, um damit Modelle zu trainieren.

Cloudflare schreibt dazu wörtlich: „For all new domains onboarding to Cloudflare, the categories of Training and Agent will be blocked by default on the pages that display ads.“ Für alle neu aufgenommenen Domains also, nicht für bestehende. Der Changelog-Eintrag formuliert es genauso.

Wenn deine Website schon bei Cloudflare liegt, passiert am 15. September auf deiner Seite also nichts. Keine Umstellung, kein Handlungsdruck, keine Frist. Die Meldungen, die etwas anderes behaupten, sind auf einen Nebensatz hereingefallen.

Der Teil, der wirklich zählt

Interessant ist nicht, wer umgestellt wird. Interessant ist, was der Schalter tut, wenn ihn jemand betätigt. Denn dazu wird Cloudflare ungewöhnlich deutlich: Mehrzweck-Crawler wie Googlebot, Applebot und BingBot werden mitblockiert, sobald jemand die Kategorie Training sperrt. Das ist kein Versehen und kein Nebeneffekt, sondern die erklärte Logik: Ein Crawler wird nach allen seinen Verhaltensweisen behandelt, nicht nach der freundlichsten.

Damit liegt in einem Sicherheits-Dashboard ein Schalter, der aussieht wie Urheberrechtsschutz und wirkt wie ein Ausschluss aus der Google-Suche. Beschriftet ist er mit „Training blockieren“. Wer ihn umlegt, weil ihm der Gedanke unangenehm ist, dass eine KI mit den eigenen Texten lernt, nimmt möglicherweise die organische Sichtbarkeit gleich mit. Und merkt es erst Wochen später an den Zahlen.

Was das für dich heißt

Erstens: Ruhig bleiben, aber einmal nachsehen. Läuft deine Domain über Cloudflare? Viele Mittelständler wissen das nicht, weil es der Dienstleister vor Jahren so eingerichtet hat. Wenn ja, sieh in den Security-Einstellungen nach, welche Crawler-Kategorien gesetzt sind. Nicht weil sich etwas ändert, sondern weil du wissen solltest, was dort seit Monaten steht.

Zweitens: Beim nächsten Projekt ist die Voreinstellung eine andere. Relaunch, neue Kampagnenseite, zugekaufte Domain, ausgegliederte Marke: Alles, was ab dem 15. September neu zu Cloudflare kommt, startet mit blockiertem Training und Agent auf Seiten mit Werbung. Das gehört ab sofort auf die Startchecklist jedes Projekts, direkt neben SSL und Weiterleitungen.

Drittens: Entscheide die Frage bewusst, nicht per Häkchen. Es gibt gute Gründe, Training zu blockieren, etwa bei aufwendig produzierten Fachinhalten, die die Grundlage des Geschäfts sind. Es gibt bessere Gründe, es nicht zu tun, wenn du willst, dass KI-Systeme dich kennen und nennen. Nur eines darf nicht passieren: dass diese Entscheidung nebenbei fällt, ohne dass jemand die Folge für die Suche kennt.

Viertens: Prüf danach, ob Google noch durchkommt. Wenn an den Crawler-Einstellungen etwas geändert wurde, gehört ein Blick in die Google Search Console dazu. Werden Seiten weiter abgerufen und indexiert? Das ist die einzige Kontrolle, die zählt, und sie dauert zwei Minuten.

Die D!E-Einordnung

Wir hätten diesen Artikel auch als Aufreger schreiben können. „Millionen Seiten betroffen, jetzt handeln“ bringt mehr Klicks als „nur neue Domains, keine Panik“. Aber ein Take, der falsch ist, kostet mehr Vertrauen, als er Reichweite bringt. Wenn wir anderen vorhalten, Zahlen ungeprüft weiterzureichen, gilt das zuerst für uns.

Die eigentliche Nachricht ist ohnehin größer als die Frist. Jahrelang war Sichtbarkeit eine Frage von Inhalten und Verlinkung. Inzwischen entscheidet darüber mit, welche Kategorien in einem Dashboard freigeschaltet sind, das dein Hoster oder deine damalige Agentur eingerichtet hat. Sichtbarkeit ist zu einer Infrastruktur-Frage geworden. Und wer seine Infrastruktur nicht kennt, hat sie nicht.

Was uns dabei regelmäßig begegnet: Niemand hat diese Einstellungen bewusst getroffen. Sie sind da, weil irgendwann jemand ein Häkchen gesetzt hat, aus einem Grund, an den sich keiner erinnert. Das ist kein Cloudflare-Problem. Das ist das Muster hinter fast jedem technischen Sichtbarkeitsverlust, den wir aufräumen.

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FAQ: Cloudflare und KI-Crawler

Ist meine bestehende Website ab dem 15. September betroffen?

Nein. Cloudflare beschreibt die neuen Voreinstellungen ausdrücklich für neu aufgenommene Domains. Bestehende Seiten behalten die Einstellungen, die für sie gesetzt sind, auch im kostenlosen Tarif. Wer die Voreinstellung für künftige Domains nicht möchte, kann das bis zum 15. September in den Security-Einstellungen festlegen.

Blockiere ich mit „Training“ auch Google?

Ja, das ist möglich und von Cloudflare so beschrieben. Mehrzweck-Crawler wie Googlebot, Applebot und BingBot erfüllen mehrere Funktionen gleichzeitig und werden nach allen ihren Verhaltensweisen behandelt. Wer Training blockiert, blockiert diese Crawler mit. Nach einer Änderung an den Crawler-Einstellungen sollte deshalb in der Google Search Console geprüft werden, ob Seiten weiter abgerufen und indexiert werden.

Sollte ich KI-Crawler überhaupt blockieren?

Das hängt vom Geschäftsmodell ab. Wer von aufwendig produzierten Fachinhalten lebt, hat gute Gründe, das Training auf den eigenen Texten einzuschränken. Wer will, dass KI-Systeme die eigene Marke kennen und in Antworten nennen, muss ihnen Zugang lassen. Beides ist vertretbar, nur sollte die Entscheidung bewusst fallen und ihre Wirkung auf die klassische Suche mitbedacht werden.

Das Fazit, ungefiltert

Am 15. September passiert weniger, als überall steht. Deine bestehende Seite bleibt, wie sie ist. Wer das anders gemeldet hat, hat einen Nebensatz überlesen.

Was bleibt, ist die unbequemere Erkenntnis. Es gibt inzwischen einen Schalter, der über deine Auffindbarkeit entscheidet, und er sitzt nicht in deinem Text, sondern in deiner Infrastruktur. Bei jedem neuen Projekt steht er ab Montag anders als bisher.

Die Aufgabe für diese Woche ist deshalb klein: einmal nachsehen, was bei dir eingestellt ist, und die Frage beantworten, ob das jemand so gewollt hat. Bei den meisten lautet die ehrliche Antwort nein. Das ist kein Drama, solange man es weiß.


Geschrieben von Dag Achtzehn, Gründer von D!E mit Ausrufezeichen. KI-First-Marketing aus Montabaur für den DACH-Raum. Wir reden nicht über KI. Wir arbeiten damit.

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